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Doyle Brunson
Spitzname
Texas Dolly
Wohnort
Las Vegas, Nevada |
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Doyle „Texas Dolly“ Brunson (10. August 1933 in Longworth, Texas) |
Doyle Brunson ist ein US-amerikanischer Pokerspieler, der seit mehr als fünfzig Jahren das Kartenspiel professionell ausübt. Er ist zweifacher Weltmeister und Autor verschiedener Pokerbücher.
Doyle Brunson war der erste Spieler, der durch offizielle Pokerturniere mehr als eine Million US-Dollar einnahm. In seiner gesamten Karriere gewann er bis dato zehn Wettbewerbe bei der World Series of Poker, der wichtigsten Turnierserie, womit er auf der ewigen Bestenliste nur hinter Phil Hellmuth liegt, der bisher elf Turniere gewinnen konnte. Des Weiteren ist Brunson einer von vier Spielern, die das Main Event, das Hauptturnier bei der Pokerweltmeisterschaft, zweimal in Folge gewinnen konnte.
Doyle Brunson wurde in Longworth, einem Dorf mit etwa hundert Einwohnern geboren, das in Fisher County, Texas liegt. Er war das älteste von drei Kindern. Da Longworth nur ein kleiner Ort war, rannte Brunson regelmäßig lange Distanzen zu anderen Gemeinden und wurde dadurch zu einem vielversprechenden Athleten. Dadurch hatte er die Gelegenheit, dem All State Texas Basketball-Team beizutreten. Obwohl er mehr von Basketball als von Leichtathletik hielt, trat er 1950 dem Texas Interscholastic Track Meet bei. In Folge dessen erhielt Brunson mehrere Angebote von Colleges, entschied sich letztendlich aber für die Hardin Simmons University in Abilene. Der Hauptgrund für diese Entscheidung war, dass die Universität in der Nähe seines Heimatortes gelegen war. Daraufhin erlitt Brunson bei einer Hilfsarbeit eine schwere Knieverletzung, die das Ende seiner Tage als hoffnungsvolles Nachwuchstalent bedeuteten. Die Verletzung war so schwer, dass sein Bein zwei Jahre lang eingegipst war. Noch heute benötigt Brunson teilweise eine Krücke, um sich bewegen zu können. Brunson konzentrierte sich daraufhin auf seine Ausbildung und schloss als Master in verwaltender Bildung ab (eigentlich administative education).
Doyle Brunson spielte schon vor dem Unfall gelegentlich Poker, namentlich die klassische Variante Five Card Draw. Nach der Verletzung spielte er immer öfter, was zur Folge hatte, dass seine Verdienste für den Lebensunterhalt reichten.
Nach dem erfolgreichen Studium nahm er eine Arbeit als Maschinenhändler an. Bereits am ersten Tag wurde er zu einer Partie Seven Card Stud eingeladen. Er spielte sehr erfolgreich und gewann in unter drei Stunden das Gehalt für einen gesamten Monat. Brunson erkannte daraufhin, dass das Pokerspiel sehr lukrativ ist und entschloss sich, professioneller Spieler zu werden.
Doyle Brunson startete seine Pokerkarriere in Fort Worth, der fünftgrößten Stadt in Texas. Dort spielte er mit einem Bekannten in illegalen Spielen. Die Beiden erkannten daraufhin, dass sie in größeren Spielen mehr Geld einnehmen könnten und reisten deshalb quer durch den Süden des Landes. Sie spielten unter anderem in Oklahoma und Louisiana, aber auch in Texas, in großen Spielen. Das Duo begegnete auf ihrer Tour den professionellen Spielern Thomas „Amarillo Slim“ Preston und Brian „Sailor“ Roberts. Während Brunsons Bekannter nach Fort Worth zurückkehrte, schloss er sich mit den beiden Profis zusammen. Eine lange Zeit riskierten sie ihr Geld in Pokerspielen, beim Golf und, in Doyles Worten, „bei so ziemlich allem“. Nachdem die drei Spieler eine große Summe zusammengespart hatten, versuchten sie ihr Glück in Las Vegas, Nevada.
Sie warfen ihr Geld zusammen und spielten, aber erst nach sechs Jahren machten die Freunde ihre erste ernsthafte Reise nach Las Vegas und verloren dort ihr gesamtes Geld, einen sechsstelligen Betrag. Danach entschlossen sie sich, die Partnerschaft zu beenden, aber Freunde zu bleiben. Brunson siedelte sich schließlich in Las Vegas, Nevada, an.
Nach der Trennung des Trios wurde Doyle Brunson recht schnell sehr erfolgreich. Bereits 1976 konnte er das Main Event der World Series of Poker gewinnen und krönte sich damit zum Pokerweltmeister. Für diesen Erfolg erhielt Brunson 210.000 $. Ein Jahr später konnte er diesen Titel verteidigen und gewann noch zwei weitere Einzelturniere. 1978 und 1979 konnte er noch zwei weitere Nebenturniere bei der World Series für sich entscheiden. Danach folgte eine längere Durststrecke, ehe er 1991 erneut ein Turnier gewinnen konnte. Seine letzten drei Events gewann er in den Jahren 1998, 2003 und 2005.
Bis 2007 gewann Doyle Brunson zehn Turniere bei dieser Veranstaltung, womit er hinter Phil Hellmuth, der bis dato elf Turniere gewinnen konnte, und punktegleich mit Johnny Chan auf dem zweiten Platz liegt.
Neben seinen Erfolgen bei der World Series machte Doyle "Texas Dolly" Brunson auch noch durch andere gute Ergebnisse in anderen Turnieren auf sich aufmerksam. So konnte er das Legends of Poker World Poker Tour-Turnier 2004 gewinnen, wofür er über eine Million US-Dollar erhielt. Beim ersten WPT Championship-Event wurde Brunson Vierter. Daneben nahm er trotz seines hohen Alters an diversen Fernsehevents teil, so etwa bei High Stakes Poker, Poker After Dark sowie der National Heads-Up Poker Championship. Brunson ist zudem einer der Spieler, der im Bellagio im Big Game bei Mindesteinsätzen von 4.000/8.000 $ um Millionenbeträge spielt.
Doyle Brunson konnte bis Mitte 2007 etwa 5,1 Millionen US-Dollar bei offiziellen Pokerturnieren einnehmen, womit er in der Geldrangliste auf dem 28. Platz rangiert.
1978 erschien sein Buch Super/System: How I Made Over $1,000,000 Playing Poker (zu deutsch etwa Super/System: Wie ich über 1.000.000 $ beim Poker gewann) . Nachdem Brunson keinen Verlag fand, veröffentlichte er es selbst. Das Buch gab den Lesern einen Einblick in die Denkweise eines professionellen Spielers. Brunson gab mehrmals an, dass ihm das Buch wohl mehr Geld gekostet hat als er damit einnahm, da sich das Spiel seiner Gegner, die das Buch lasen, verbesserte.
Das Buch beginnt mit einem biografischen Kapitel von Brunsons Laufbahn und widmet sich dann der Pokerstrategie. Super/System ist nicht auf eine Spielvariante spezialisiert, sondern widmet sich einem Großteil der bekannten Variationen. Neben Brunson trugen viele ebenfalls professionelle Spieler ihren Teil zu dem Buch bei, beispielsweise David „Chip“ Reese, Bobby Baldwin und der Spieltheoretiker David Sklansky. 2004 erschien die Fortsetzung Super/System 2, das sich als eine aktualisierte Version von dem ersten Teil beschreiben lässt.
Brunsons Spitzname „Texas Dolly“ entstand dadurch, dass der US-amerikanische Sportkommentator Jimmy Snyder Brunsons Namen falsch vorlas. Snyder sollte Brunson als „Texas Doyle“ bezeichnen, diktierte Brunsons Vornamen aber fälschlicherweise als Dolly. Der Name blieb bis heute haften.
Nach Brunson sind zwei Starthände bei Texas Hold’em bezeichnet. Die erste Hand, eine Zehn und eine Zwei, trägt seinen Namen, weil er damit in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das Hauptturnier der World Series of Poker gewinnen konnte. In beiden Fällen wurden die Karten zu einem Full House. Doyle hat seine Unzufriedenheit ausgedrückt, für eine eigentlich schwache Starthand im Texas Hold’em bekannt zu sein. Die andere Hand ist das Ass mit einer Dame. In Super/System gab Brunson mehrmals an, dass er die eigentlich starke Hand nie spiele. Dennoch sah man Brunson öfters, wie er diese Hand spielte, so schied er beim Main Event der Pokerweltmeisterschaft 2007 mit dieser Hand aus.
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